die Zeiten sind wohl lange vorbei. Ich dachte immer, Kairo wäre schon Chaos, Müll und Lärm pur. So kann man sich täuschen. In Neapel gibt es von allem das Doppelte. Müllberge, frisch, alt, verkohlt, brennend, verstreut. Lärm, hupen (wer hupt eigentlich, wenn sowieso nichts mehr geht und wo wollen die überhaupt alle hin). 1 Million Menschen haben den ganen Tag nichts anders zu tun, als hupend durch die Stadt zu fahren. Die meisten Denkmäler Ialiens sind in Neapel konzentriert. Nur, wie lange noch. Der Vesuv wird es nicht mehr schaffen, alles unter sich zu begraben. Bis dahin sind sie eh verfallen, verwittert, vergast. Einheimische warnen vor Einheimischen. Alles gut festhalten. Nützt nur nichts. Smarte junge Kerle, Mamas Lieblinge sozusagen, greifen schnell zu, springen auf die laufende Vespa und die Kamera ist weg. Trotz festgehalten. Eine Stadt, in der man nichts bei sich haben darf, weil man es sonst nicht mehr bei sich hat. Obwohl, am Bahnhof bekommt man die Sachen dann wieder kostengünstig angeboten. Das ist Wettbewerb oder Kreislaufwirtschaft? Also lieber weg bleiben, schön in die Toscana fahren, zumindest was die Erholung und den Wein angeht. Fotografisch gesehen, ist Neapel allerdings eine Herausforderung. Wie verknüpfe ich Verfall, Müll, Autos, Abgase und mürrische Menschen zu einem Bild? Da muss ich dann doch noch mal hin. Aber nicht mit FTI. Die sind innerhalb von 50 Stunden nicht in der Lage einen Flug umzubuchen, geschweige denn mal zurückzurufen. Noch am Check in mit gepackten Koffern stehen und nicht wissen ob man nur mitgenommen wird oder doch kein Hotelzimmer mehr hat. Und der Preis steigt gleichzeitig immer höher. Danke nie wieder..

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22.5.2008 bei 21:03
Kamera weg. Deine?
Klingt ja wie ein Kururlaub, Entspannung durch Stress, klasse, da geht ja schon beim Lesen mein Blutdruck an die Decke.