nach dem Besuch diverser Ausstellung im Monat der Fotografie in Berlin, bei denen ich mich oft gefragt habe, was ich da eigentlich mache, wieso diese Bilder da hängen oder ob mir der Abstand fehlt, nun ein wirkliches Highlight: die Richard Avedon Retrospektive im Martin-Gropius-Bau (noch bis 19.01.09). Wer, wie ich, immer dachte, lass die Alten, mal sehn was die Jungen so drauf haben, wird in Berlin leider schwer enttäuscht. Der Altmeister schlägt sie alle um Längen. Selten hab ich mich zwischen Bilder so wohl gefühlt. Atmosphäre kommt da rüber, den Menschen nie zu nahe getreten, Spielraum gelassen, Fluchtabstand und trotzdem sehr persönliche Nähe. Ein Foto hat den Vor- (und für die Abgebildeten Nach-) teil, das man sich jedes Detail, jeden Ausdruck eines Menschen genau und lange ansehen kann. Dies macht ihn verletzlich und manche lassen sich daher nicht gerne fotografieren, geschweige denn ausstellen. Das ist hier anders. Keine hektische Kleinbild 6 Fotos die Sekunde Fotografie. Zeit geben, Position beziehen lassen, sind die wichtigsten Voraussetzungen für beeindruckende Portraits. Sicher sind am Ende auch Bilder dabei, die nur durch den Namen Avedon Bestand haben, nunja, das ist aber verzeihlich und macht die Arbeit nicht kleiner.


Noch bis 19.01.2009, Martin-Gropius-Bau, Berlin.www.gropiusbau.de
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